Gefahren beim Kohleabbau

Die Arbeit der Bergleute „vor Ort“ war sehr gefährlich. Sogenannte „Schlagende Wetter“ waren verantwortlich für explosive Gas- Luftgemische unter Tage, die sich urplötzlich entzünden und viele Tote durch Explosionen im Stollen fordern konnten. Hier sind Berichte über die größten Grubenunglücke der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen–Rotthausen. Die Bilder zeigen die Grabstätten der zu Tode gekommenen auf dem Rotthauser Friedhof an der Hilgenboomstraße. Sie wurden erst im Jahr 2004 in die Denkmalsliste der Stadt Gelsenkirchen aufgenommen.

Bilder und Bericht  zusammengestellt von Herrn Rabas

Grubenunglück Zeche Dahlbusch  am 23. August 1943

38  (33) Tote

Über dieses Grubenunglück ist relativ wenig bekannt, da in den Wirren des Zweiten Weltkrieges 38 Tote fast täglich zu beklagen waren und so auch die Presse keine große Notiz von dem Unglück nahm. Lediglich über die Beerdigung auf dem Friedhof Hilgenboomstraße wurde berichtet.

Von den 38 Toten, mache Quellen nennen nur 33 Tote, waren mindestens 15 Deutsche und 18 Fremdarbeiter, davon 16 Russen, 1 Pole und 1 Italiener.

Die Beisetzung fand auf dem nördlichen Teil des Friedhofes nahe der Stadtgrenze zu Essen statt. Auf dem Hauptweg steht ein Denkmal in Form einer Säule auf einem Sockel und einem Kreuz als Abschluss, das nach allen vier Himmelsrichtungen zeigt.

 

Grubenunglück Zeche Dahlbusch 

am 20. Mai 1950 – Schacht 6

78 Tote

Am Samstag, 20. Mai 2000, jährt sich der Tag des zweiten großen Grubenunglücks, nach dem ersten Unglück am 23. August 1943 mit 38 Toten, auf der Zeche Dahlbusch.

Gegen 8.30 Uhr ereignete sich im Revier 7 auf der 11. Sohle von Schacht 6 in der südwestlichen Abteilung im Flöz Hugo eine Explosion. Vermutlich Ursache dieser Explosion ist die Entzündung von schlagenden Wettern an einem Glimmbrand. Im Verlauf der folgenden Tage gab es noch eine Reihe weiterer Verpuffungen, die es erforderlich machten, den gesamten Bereich einzudämmen.

77 Bergleute fanden bei diesem Unglück den Tod. Die Beisetzung der Opfer auf dem Rotthauser Friedhof an der Hilgenboomstraße fand am 25. Mai unter großer Anteilnahme der Bevölkerung nach einer vorausgegangenen Trauerfeier auf Schacht 6 statt. Anwesend waren auch Bundespräsident Prof. Heuß und die Minister Blücher, Kaiser und Menzel.

Die Grabstätte befindet sich auf dem östlichen Teil des Friedhofes und ist mit einem Denkmal geschmückt

Grubenunglück Zeche Dahlbusch am 

3. August 1955 – Schacht 8

42 Tote

Am 3. August 1955 ereignete sich gegen 17.25 Uhr auf der 10. Sohle (2. östliche

Abteilung) im Hibernia-Pachtfeld eine Schlagwetterexplosion mit nachfolgendem Brand im Blindschacht  3.

16 Tote konnten geborgen werden. Wegen der am Morgen des 4. August notwendig gewordenen Abdämmung der betroffenen Grubenbaue, konnten 24 tote Bergleute nicht mehr geborgen werden. Außerdem wurden 26 Bergleute, davon 3 Brandverletzte, mit Kohlenoxydvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert. Von diesen sind 2 nachträglich verstorben. Weitere 15 Bergleute haben leichtere Kohlenoxydvergiftungen erlitten, die aber eine Aufnahme ins Krankenhaus nicht mehr erforderlich machten. Besonders die Belegschaft der Abbaubetrieb in Flöz Albert 2, östlich des 2. östlichen Abteilungs-Querschlages wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Die Beisetzung der Opfer auf dem Rotthauser Friedhof an der Hilgenboomstraße fand am 7. August unter großer Anteilnahme der Bevölkerung nach einer vorausgegangenen Trauerfeier auf Schacht 8 statt. Anwesend war Bundespräsident Prof. Theodor Heuß und Landtagspräsident  NRW Gockeln.

Die Grabstätte befindet sich auf dem östlichen Teil des Friedhofes und ist mit einer Denkmalplatte abgedeckt.